Tag #18-21
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Nach rund sechs Stunden Fahrt erreichen wir den Fischerort Mui Ne im Sued-Osten Vietnams. Wie bei unseren bisherigen Stationen sind die angenehmen Auswirkungen der Low-Season spuerbar. Jedes Ressort direkt am Strand hat genuegend Zimmer frei, ein eiskalter Evaluierungsprozess beginnt. Wir entscheiden uns fuer ein Dreibett-Bungalow direkt am Strand. Wir essen im Restaurant neben an, Kosty bekommt einen seltsam mutierten Fisch serviert und ist ungluecklich. Fisch bestellen entspricht hier generell einer Ueberraschungsportion. Nix mit Forelle, Zander oder Scholle. Einfach nur Fried Fisch und schauen was kommt.
Der zweite Tag beginnt so bequem wie der vorherige geendet hat. Kaffeetrinken, lesen, schlafen. Um fuenf am Nachmittag warten die gemieteten Motorbikes vor dem Ressort und wir brechen zu den Roten Duenen, einer der beiden Mui Ne’er Sehenswuerdigkeiten, auf. Dort angekommen versuchen uns dutzende Kinder zum Sandsliding zu ueberreden. Fuer 20.000 Dong bekommt man ein Plastiksackerl, mit denen man die Duenen hinunterrutschen kann. Da die Steigung kaum hoeher als die des Blumbergs ist, schlagen wir das Angebot aus und koennen uns, kulant wie wir sind, mit den Renngefaehrtvermietern auf eine Cola-Einladung einigen.
Naechster Tag beginnt unangenehm: Hab meine Geldboerse am Tisch vor unserem Bungalow ueber die Nacht liegen lassen. Die ist am naechsten Morgen natuerlich weg. Also Visa sperren, den halb verrotteten Fueherscheinfetzn nachtrauern und schnell ein Bier aufmachen um sich ja nicht zu lange zu aergern. Matthias und Kosty pumpen mir umgehen 180 Euro weil “Wir sind alle eine Famiele und wir..” und weiter gehts zur zweiten Attraktion: den weiszen Duenen!
Nach rund 40km tanken wir unsere Bikes voll. In einem spontanen Demenzeintritt (wobei ich nicht bloed reden darf) vergisst Kosty den Mopedschluessel unter dem Sitz und schleudert den selbigen zu. So laesst er sich die letzten fuenf Kilometer von Matthias chauffieren und wir erreichen die tatsaechlich beeindruckenden White Dunes. Die Steife Brise vom Meer macht die Sonne ertraeglich. Nach einer halben Stunde Saharaschnuppern machen wir und auf den Rueckweg auf dem wir nach zehn Minuten eine Schrecksekunde erleben – Kostys Motorbike ist nicht an dem zuvor abgestellten Platz aufzufinden. Das Missverstaendniss loest sich promt auf. Anreiner haben das Moped weg vom Straszenrand in Sicherheit gebracht und nach dem wir ihnen unser Schlamassel bzgl. Tanken, Schluessel und alles erklaert haben, bietet man uns an, uns zu setzen und verspricht uns, sich sofort um das Problem zu kuemmern. Nach einer viertel Stunde kehrt der stolze Herr des Hauses/Huette mit dem geretteten Schluessel zurueck und wir koennen die Heimreise antreten. Es beginnt zu daemmert, wir geraten in einen Platzregen und fahren ins erstbeste Restaurant, um dort Abend zu essen.
Am letzten Tag am Strand versuchen wir uns erstmals auf Surfbrettern und scheitern klaeglich. Aber die Schuld lieget eindeutig an der hohen Wellenfrequenz, den zu langen Brettern und sowieso alles. In der Ueberzeugung, die Andy Irons von morgen zu sein, verbringen wir den letzten Abend in der Pogo-Bar, eine Bar die von einem Deutschen vor acht Jahren eroeffnet wurde und nun von seinem 25-jaehrigen Sohn, der in Deutschland seine Zeit mit “chillen und jonglieren” totschlug, uebernommen wurde. Die Bierglaeser rutschen uns durch den durchs Sufen bedingten Muskelkater in den Armen fast aus den Fingern. Kurz bevor wir unser Ressort erreichen, biegen wir in eine Karaokebar ab und duerfen der wahrscheinlich peinlichsten Performance (wir sind uns einig) beiwohnen. Kosty hat ein Video davon, werds demnaechst uppen.
Den letzten Vormittag in einem Book-Exchange Store verbracht und dann Abfahr in die groeszte Stadt des Landes: Saigon!
-uli
was soll das nazi grab?